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Category ArchiveAktuelles

Der Solar-Trocken-Schrank

Ein selbst gebauter Dörrautomat


Im Outdoorcamp ist in den letzten Monaten Stück für Stück und mit Hilfe vieler Hände ein Solar-Trocken-Schrank entstanden.


Die Theorie

Der Schrank ist mit seiner „Rampe“ nach Süden ausgerichtet. Die Sonne scheint durch die Glasscheibe auf die dunklen Schieferplatten. Diese werden heiß und erwärmen die Luft im Glaskasten. Die warme Luft steigt über die Rampe in den Schrank auf und erwärmt eine weitere Lage Steine. Diese dienen als Wärmespeicher. Anschließend strömt die erwärmte Luft weiter nach oben, durch die 4 Gitterfächer, auf denen das zu trocknende Material ausgelegt ist. Unter dem Dach kann die Luft an den Seiten durch kleine Spalten wieder entweichen.
Und dabei heraus kommen getrocknete Pilze, Kräuter (für Tee, Gewürze und Heilmittel), TrockenObst, Trockenfleisch etc.


Der Aufbau

Aus geschenktem Palettenholz entsteht mit Handsäge und Akkuschrauber der Grundkörper des Schrankes auf hohen Holzbeinen. Das Dach und die drei Seiten Richtung Osten, Süden & Westen werden verschlossen. Die Rückseite erhält Leisten für die Einschubfächer.

Der Schrank bleibt zum Boden hin offen. Darunter entsteht eine Rampe, die später die Sonnenenergie einfangen wird. Sascha alias Mutschi bedeckt den Boden professionell und ehrenamtlich mit Schieferplatten. Das Holz wird außen zur Pilztötung, Härtung und als Wetterschutz mit dem Gasbrenner geflammt und anschließend mit Leinölfirnis mehrfach bepinselt.

Die Holzrahmen für die vier Trockenfächer werden zusammen geschraubt und mit Edelstahlgage betackert. Die beiden Bodengitter stammen vom Schrott und dienten ehemals als Kühlschrankeinlagen. Darauf kommen locker verteilt Feldsteine; sie dienen als Wärmespeicher. Die Schranktüren spendet ein ausgedientes Möbelstück.


Das Ergebnis

Aus dem selbstdüngenden Beet konnten Anfang Oktober schon Kräuter in guten Mengen geerntet werden – Thymian, Salbei und Minze können nun im Schrank Dank der Herbstsonne für den Vorrat trocknen. Sie werden später mit gesammelten Wildkräutern als Gewürze genutzt oder als heißer Tee vom Lagerfeuer serviert.



Die bewegte Baudokumentation
direkt zu Youtube




Die BenjesHecke

Ein selbst-begrünender TotholzStapel mit Mehrwert


Der Aufbau

Für die kostenfreie Benjeshecke ist anfallender Baum- und Gehölz/Strauchverschnitt (z.B. Obstbäume, Heckenverschnitt, Totholz) gut zu nutzen und muss somit nicht anderweitig entsorgt werden.
Aus angespitzten Ästen werden Pfosten in der gewünschten Größe als Begrenzung in den Boden eingeschlagen. Der enstandene Innenraum wird mit verfügbarem Material, wie Zweigen, Ästen, Laub, losem Grünschnitt, Wurzeln, Schilf, unbehandelten Holzresten etc. locker (!) aufgefüllt. Das Material soll nicht gequetscht werden. Nach und nacht sackt alles noch etwas zusammen durch das Eigengewicht und Verrottungsprozesse. Hier kann wieder etwas aufgefüllt werden, wenn im Lauf des Jahres neues Material anfällt.

Für mehr Stabilität können längere Äste in die Begrenzung einflochten oder punktuell mit Naturschnur an die Pfosten gebunden werden.
Im Herbst kann zusätzlich am Boden der Hecke etwas Laub eingestreut werden und im Winter kann die Hecke mit Reißig bedeckt werden; so finden Igel und andere Kleintiere geschützte Behausungen.

Wo es etwas wilder sein darf, kann so ein Wall auch zwischen Bäumen oder ohne Begrenzung aufgestapelt werden und weiter wachsen, wenn neuer Gehölzschnitt anfällt.


Die Vorteile für Mensch und Natur

Die Größe der Hecke ist selbst wählbar; je nach Gegebenheiten und anfallendem Material an Gehölz kann sie länger, breiter und höher ausfallen. Solche Totholzhecken sind geeignet für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung. Sie dienen auch als Sichtschutz, Windschutz und Abgrenzung.

Der Holzhaufen begrünt sich je nach Umgebung und Sameneintrag durch natürliche Prozesse kostenfrei selbst und wird so zur Hecke.
Die Benjeshecke dient als Auffangstation für Samen: sie werden eingebracht auf natürlichem Weg durch Flugsamen, durch Tiere die Vorräte anlegen oder durch Vögel. Sie nutzen gern die Sitz- und Ruhegelegenheiten auf dem Holz und verrichten dort ihre Geschäfte (samt Herausgabe der Samen).
Die Hecke kann mit gewünschten Wildsträuchern vorbepflanzt werden, muss es aber nicht.

Die Benjeshecke ist Lande- und Ruheplatz für viele Vogelarten und Nistmöglichkeit für heckenbrütende Vögel.
Über ein sicheres Tagesversteck freuen sich auch Mäuse und Igel; die Hecke bietet auch eine gute Überwinterrungsmöglichkeit für andere Kleinsäugetiere.
Sie ist ein geeignetes Versteck für Frösche, Eidechsen und Schlangen; eine Natter wurde bereits beim Sonnenbad zum Aufwärmen auf der Hecke gesichtet.
Und sie dient als Tummelplatz und Unterschlupf für Regenwürmer, Asseln, Spinnen, Käfer, Wildbienen etc.
Je nachdem, welche Pflanzen später an der Hecke wachsen, dienen deren Früchte und Samen wieder als Nahrungsquelle für Tier und Mensch.


Im Laufe der Zeit lässt sich beobachten, welches Eigenleben sich in der Benjeshecke entwickelt.


Einschränkungen

Anders als mit „Nachhilfe“ in den meisten Gärten, funktioniert das Konzept in freier Landschaft nur beschränkt, bzw. oft nur mit bewusster Bepflanzung.
In vielen Agrarlandschaft fehlen die Arten, die sich eigentlich an der Hecke ansiedeln sollen. Verbiss durch Wildtiere spielt auf freiem Feld und Brachflächen eine zusätzliche Rolle. Dominante Arten, wie Brombeeren können als Grünschnitt auf dem Holz wieder ausschlagen und so Monokulturen schaffen. Und an vielen Agrarflächen entstehen oft gar keine Hecken, dafür artenarm-bewachsene (wenn dennoch nützliche) Holzhaufen mit Brennnessel, kanadischer Goldrute usw.
Häufig wachsen auch Pionierbaumarten an diesen Hecken.

Eine artenreiche Hecke benötigt an solchen Standorten als Starthilfe daher eine Bepflanzung mit gewollten Arten, die im Schutz des Totholzes gedeihen können.



Die Entwicklung einer artenreichen Heckengesellschaft kann allerdings weit über 100 Jahre dauern. Der Verlust alter, etablierter Hecken ist daher schwerlich zu ersetzen.

Dennoch bietet eine Benjeshecke auch im Kleinformat genügend tolle Funktionen, um sie nachzubauen.

Die Fotos stammen alle aus dem Outdoorcamp.


MiniHistorie

Woher die Dinge ihre Namen erhalten ist manchmal ein Glücksspiel. Der Herr Hermann Benjes hat eine so einfache wie geniale Idee in den 1980ern wieder publik gemacht und war so Namensgeber für eine sich selbst begrünende Hecke aus Gehölzschnitt. Benjes Ziel war die ökologische Aufwertung offener Agrar- und Brachflächen.
Auch schon früher haben helle Köpfchen beobachtet, dass so ein Häufchen im Garten (vielleicht hat das Personal einfach mal nicht aufgeräumt…) ein schönes Eigenleben entwickeln kann:

Die vergilbte Broschüre über Vogelschutzgehölze vom Lese-Verein Melchiorshausen stammt aus dem Jahr 1907. – Repro: Meyer , Quelle: Kreiszeitung

Es klingt recht aktuell, aber es war 1907, als Freiherr von Berlepsch beschrieb:

„Für die Freibrüter, zu denen unsere besten Sänger gehören, macht sich der Mangel an Nistgelegenheiten immer mehr bemerklich, seitdem mit einer wahren Manie allenthalben Hecken und Zäune ausgerodet, das Unterholz in den Wäldern und an den Waldrändern abrasiert, Feldfluren verkoppelt, Teiche und Sümpfe ausgetrocknet und Flußläufe verlegt werden. […]
Man bedenke, daß eine gut gepflegte Hecke jedem Holz- oder Eisenstaket als Einfriedigung von Gärten aus wichtigen Gründen vorzuziehen ist. Ein lebender Zaun dient den Vögeln zum Nistplatz, gewährt einen unstrittig schöneren Anblick und empfiehlt sich wegen seiner Billigkeit.“ Freiherr von Berlepsch legte besonderen Wert auf eine äußere Schutzhecke aus stacheligen Sträuchern, die Nesträuber abwehren


Im Grunde war es bereits ein Vorläufer der Idee von Benjeshecken, mit dem Schwerpunkt, freibrütenden Vogelarten (z.B. Kiebitz, Feldlerche, Nachtigall) sichere Nistplätze zu schaffen.


der natUr-instinkte Blog

BilderGeschichten vom Waldhandwerk



https://natur-instinkte.blog/

neue Beiträge im Blog


Buch: Selbstgeschnitzt

vom Löffel bis zum Rindentopf
Bushcraft-Küchensachen selber machen


Bushcraft und Waldhandwerk heißt auch, Vieles aus Naturmaterialien selber zu machen. In der Outdoor-Küche kann z.B. aus Wurzeln und Zivilisationsmüll eine ganze Küchenausstattung hergestellt werden.

Wie das funktioniert, wird in diesem Buch mittels bebilderter Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Schnitzen und Werken anschaulich vorgeführt.
Perfekt zum Nachmachen!


Video zum Buch

Link zum Buch


Das selbstdüngende Beet

Schlüsselloch-Beet, keyhole garden


Im Outdoorcamp ist 2019 ein selbstdüngendes Beet entstanden


[aus Wikipedia]

Vorteile:

  • geringe Kosten und hohe Verfügbarkeit der zum Bau benötigten Materialien
  • Düngen mit natürlichen, leicht verfügbaren Küchenabfällen
  • keine Pestizide nötig durch Kombination schädlingsresistenter Pflanzen
  • Bewässerung mit Brauch- und Regenwasser
  • Konstruktionsweise macht unabhängig von der Bodenbeschaffenheit
  • Höhe des Beetes erleichtert die Arbeit
  • hohe Fruchtbarkeit und geschützte Anordnung des Beetes ermöglichen (meist) ganzjährige Ernten

März

April

Mai

Juni

August

5. Thüringer Outdoortreffen

Nachlese [7.-9.6.2019 in Berga/Elster]


Kurse / Workshops:


Vogelwanderung – Samstag, 8. Juni 2019 von 7:oo bis 8:30 Uhr

Outdoor Erste Hilfe Kurs – Samstag, 8. Juni 2019 von 10:00 bis 12:00 Uhr

Selbstverteidigungskurs – Samstag, 8. Juni 2019 von 12:00 bis 14:00

Kräuterwanderung – Samstag, 8. Juni ab 14:00





Ich freue mich aufs 6. Outdoortreffen 2020!

Liebe Grüße Rocco

Bushcraft – Weniger ist mehr


Als Bushcrafter haben wir eine Verantwortwortung unserer Natur gegenüber.

Unserer Natur als Umwelt und unserer Natur als Mensch.
Unser Hobby läuft Hand in Hand mit der Natur.
Nur wer sich auskennt in der Natur, lernt sie zu schätzen, zu nutzen und zu schützen.

Wir sind Teil eines Ganzen und haben eine Verbindung zur Natur. Naturschutz und Improvisation gehen einher mit Bushcraften.
Nutze was du findest – und sei es der Müll, der überall herumliegt.

Seit einiger Zeit wird in meinem Outdoorcamp ohne Silberfolie gekocht.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, alte Werkzeuge wieder aufzuarbeiten. Zum Beispiel: Äxte und Beile oder alte Schraubendreher als Lochstecher für Baumrindenbehälter.

Es gibt sehr viel Müll im Wald. Damit lassen sich richtig coole Buscraft-Sachen herstellen.
Manchmal sammle ich auch Schrott aus dem Wald und baue mir Messer daraus.
Das schont die Ressourcen und säubert die Umwelt.

Es geht und ging nie darum, so viel wie möglich zu kaufen, sondern so viel wie möglich selbst zu machen, unabhängig zu sein und im Notfall etwas zu Wissen und zu Können.

Unser Motto sollte wieder sein: Weniger kaufen, mehr selber machen, kreativ sein, unabhängig sein, sich selber zu Helfen wissen, eigene Erfahrungen sammeln.

Mittlerweile gibt es einen regelrechten Boom um diese Szene und es wird viel verkauft.

Ist es nicht viel schöner etwas selbst zu machen? Dabei übt ihr handwerkliches Geschick und lernt etwas über das Material.

Bastelt so viel wie möglich selber und sammelt dabei eigene, wertvolle Erfahrungen.

Geht sorgsam mit eurer Umwelt um.

Kauft weniger und nutzt Dinge, die schon da sind.

Wir haben nicht mehr allzu viel von unserer Natur. Mit Konsum zerstören wir weiter und weiter.

Nicht der Bushcrafter ist der Feind der Natur, sondern die kommerzielle Nutzung.

Weniger ist mehr. Wer es schafft mit wenig draußen auszukommen, geht in eine Richtung, wo er sich wieder an die Natur annähert und sich mit ihr verbinden kann.